Familienzusammensein

Elternbildung – Was ist das?

Wenn von Elternbildung die Rede ist, dann ist damit meist „institutionelle Elternbildung“ gemeint, die sich von der „funktionalen Elternbildung“ (z.B. gemeinsame Bildungsaktivitäten von PädagogInnen und Eltern in Kindergarten oder Schule) und der „informellen Elternbildung“ (Literatur, Medien,…) abgrenzt. In Deutschland wird der Begriff „Familienbildung“ synonym für Elternbildung verwendet, während im angloamerikanischen Raum unter Familienbildung auch Veranstaltungen gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen verstanden werden. (vgl. Minsel 2009: 865)

 

Elternbildung ist Erwachsenenbildung

Elternbildung ist eine Form der allgemeinen Erwachsenenbildung. Sie will auf die konkrete Lebenssituation der Eltern eingehen – setzt sichalso die Orientierung an den TeilnehmerInnen zum Ziel und baut auf den Erfahrungen und der Lebensumwelt der Eltern auf. Lenz versteht Elternbildung als „eine Chance, um Reflexionen in Gang zu bringen und Erfahrungen zu diskutieren“. (vgl. Beham 1997, S. 5; zit.  nach: Lenz 1989: 77)

Seiner Meinung nach besteht die Aufgabe vor allem darin, Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen. Ein Grundsatz muss die „Hilfe zur Selbsthilfe“ sein. Eltern sollen Anregungen und Aufforderungen zum Bedenken eventueller Entscheidungen erhalten, jedoch keinesfalls vorgefertigte Lösungen. Eltern tragen für ihr erzieherisches Handeln selbst Verantwortung, und Elternbildung soll sie in eben dieser Verantwortung bestärken. (ebenda)

Sie darf sich auch nicht ausschließlich auf Fragestellungen zu Familie und Erziehung reduzieren, sondern muss  immer die aktuellen sozioökonomischen, kulturellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen mitbedenken. Nur dann kann der Anspruch der Anschlussfähigkeit an den konkreten Alltag der Teilnehmenden und damit ein wesentliches Merkmal der Erwachsenenbildung gewährleistet werden. Lenz fordert, dass sowohl die familiäre Situation als auch die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu Gegenstand von Denken und Handeln in der Elternbildung werden. (vgl. Lenz 1989: 72)

Neuere Überlegungen von Faas, Landhäußer und Treptow (2017) gehen zum einen davon aus, dass Familienbildung Angebote für alle Familienphasen von der Geburtsvorbereitung und Säuglingspflege bis hin zu intergenerativen Bildungsangeboten für Großeltern oder Angebote zur Pflege von hochaltrigen Familienangehörigen beinhaltet. Sie sprechen in diesem Zusammenhang von lebensspannenorientierten Bildungsangeboten. Nach diesem Verständnis wird Familienbildung als Bildungsprozess der Erwachsenenbildung angesehen und richtet sich an Familien aller Milieus und ethnischen Hintergründe.

Zum anderen sehen die Autoren einen weiteren Ansatz darin, Familienbildung als Präventionsmaßnahme der Familienhilfe zu verstehen. Dann wäre ihre Aufgabe eher begrenzt auf Stärkung der funktionalen Erziehungskompetenz und einer entwicklungsförderlichen Lebensführung. Die Zielgruppe beschränkt sich in diesem Fall auf vermeintliche Risikofamilien und  auf Themen im Bereich der Kindeswohlgefährdung. Familienbildung als Reduktion auf diese Formate zu beschreiben, wäre eindeutig zu kurz gedacht. (vgl. Faas. Landhäußer, Treptow 2017: 29f)

 

Abgrenzung

Das österreichische Institut für Familienforschung grenzt  in seinem Working Paper Elternbildung klar vom Begriff der Elternarbeit ab. Dabei werden hier die Unterschiede vor allem in der Wahl des Veranstaltungsortes, wie auch in den gesteckten Zielen gesehen. Elternarbeit findet nach dieser Definition an Institutionen statt, deren eigentliche Aufgabe die Betreuung oder Ausbildung von Kindern ist. Elternbildung hingegen findet man in Bildungseinrichtungen, die speziell auf die Weiterbildung und Fortbildung von Erwachsenen ausgerichtet sind, wie beispielsweise in kirchlichen Bildungseinrichtungen. (vgl. Beham 1997: 5)

Die Bereiche Elternbildung und Elternberatung scheinen eine Menge an ähnlichen Zielen zu verfolgen. Gerade deshalb und wegen der feinen, aber wichtigen Unterschiede ist es notwendig, den Fokus darauf zu legen: „Bildung und Beratung haben viel gemeinsam. In beiden Tätigkeitsbereichen bekommen Menschen Anregungen um die eigenen Ressourcen zu entdecken und ihre Ziele erreichen zu können. In beiden Bereichen ermöglichen Informations- und Bearbeitungselemente selbstbestimmtes Lernen bzw. Entwicklung. In Bildung wie in Beratung benötigen die Fachkräfte persönliche Kompetenzen, fachspezifisches Wissen und Methoden, damit die TeilnehmerInnen bzw. KlientInnen das gewünschte Bildungs- oder Beratungsziel erreichen können. Bei der Differenzierung von Bildung und Beratung geht es daher nicht um eine hierarchische Bewertung, welche Tätigkeit wichtiger oder qualitätsvoller ist, sondern um eine Beschreibung der spezifischen Möglichkeiten und Grenzen.“ (Kügerl 2009: 7 )Unterschiede beschreibt  Kügerl vor allem im Bereich der Anliegen von TeilnehmerInnen und KlientInnen, in der Methodik und im zeitlichen und finanziellen Aufwand.

Aktuelle Definitionen ziehen oft die wichtige Abgrenzung der Elternbildung zu benachbarten Feldern (wie z.B.: Elternberatung und Elternarbeit) zur Begriffsbestimmung heran: „Aber auch innerhalb der dem Bildungsbereich zugerechneten  Elternbildung wird fallweise eine Unterscheidung zwischen allgemeiner erwachsenen- und spezifischer sozialpädagogischer Perspektive von Elternbildung gemacht: die Elternbildung als erwachsenenpädagogisches Arbeitsfeld richtet ihre Bemühungen auf allgemeine Lernprozesse aus, die ein Um- und Dazulernen im sozialen, pädagogischen und politischen Feld der Familie bewirken sollen. Im Gegensatz dazu ist die sozialpädagogische Eltern- und Familienbildung eher am Einzelfall und an therapeutischen Interventionen interessiert.“ (Baum 2006: 77)

 

Gesetzliche Grundlagen in Österreich

In Österreich ist zwar nicht die Definition der Elternbildung gesetzlich verankert, jedoch wird die Wichtigkeit, die ihr beigemessen dadurch sichtbar, dass ihre Förderung gesetzlich geregelt ist: „§39c (1)Der Bundesminister  für Umwelt, Jugend und Familie kann gemeinnützige Einrichtungen, die das Angebot 1. Qualitativer Elternbildung  und 2. Von Mediation oder  Eltern- und Kinderbegleitung in Scheidungs- und Trennungssituationen gewährleisten und auf Ansuchen fördern […] (2)Elternbildung, […] [ist] unter Beachtung allgemein anerkannter wissenschaftlicher Erkenntnisse durch geeignetes Fachpersonal durchzuführen. Erforderlichenfalls kann der Bund zur entsprechenden Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals beitragen.“ (Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, 23. Juli 1999)

Seit 2011 wird in Österreich in allen Bereichen der Erwachsenenbildung an der Umsetzung der Strategie 2020 zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich (LLL:2020) gearbeitet. Vier österreichische Ministerien setzen sich darin das Ziel, durch Bildung und Ausbildung für alle starke Wissens- und Handlungsgrundlagen zu schaffen, um mit den vielfältigen Veränderungen in der Arbeitswelt, der Gesellschaft und im Privaten umgehen zu können. Nur so können sich Menschen selbstbestimmt entfalten und individuelle Lebensentwürfe verwirklichen. (vgl. Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur u.a. 2011: 3)

Die Erreichung der Ziele dieser Strategie soll in 10 Aktionslinien auf Basis der Förderung der vom Europäischen Parlament empfohlenen „ Acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen“  erfolgen. In Aktionslinie 1 geht es um die „Stärkung der vorschulischen Bildung und Erziehung als längerfristige Grundvoraussetzung“ und hier wird unter den dazu führenden Maßnahmen explizit auf den „Ausbau der Elternbildung“ hingewiesen. (vgl. Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur u.a. 2011: 15)

 

Definitionen

Eine Definition von Elternbildung in Österreich ist auf der aktuellen Homepage des zuständigen Ministeriums (zur Zeit: Bundesministerium für Familien und Jugend) zu finden. Dort heißt es:

„Elternbildung ist eine Form der Erwachsenenbildung und beruht auf Freiwilligkeit der Teilnahme. Sie ist geleitete und begleitete Bildungsarbeit, die in Gruppen stattfindet.
Elternbildung wird als wichtiger Beitrag zur umfassenden Erwachsenenbildung im Sinne des lebenslangen Lernens verstanden. In der Folge wird Elternbildung im Sinne von institutioneller Elternbildung gesehen. Sie stärkt und unterstützt Eltern bei der Umsetzung ihrer vielfältigen Erziehungsaufgaben mit qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten.“ (Definition Elternbildung des Familienministeriums)

Und weiter in der Kurzfassung der Definition Elternbildung:

  • „stärkt und unterstützt Eltern bei der Umsetzung ihrer vielfältigen Erziehungsaufgaben mit qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten.
  • grenzt sich ab zu Therapie, Familien- und Erziehungsberatung, Mediation, Coaching, standardisierten Eltern-Trainings, Einzelarbeit und Angeboten, die ausschließlich der Freizeitgestaltung und Erholung dienen.
  • arbeitet auf der Basis der Didaktik und Methodik der Erwachsenenbildung und bietet in Gruppen Information, Reflexion und Erfahrungsaustausch in unterschiedlichen Veranstaltungsformen.
  • stärkt die elterliche Kompetenz und die Erziehungsfähigkeit und stellt daher einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung sowie von Gewalt gegen Kinder dar.“ (Definition Elternbildung des Familienministeriums)

 

In der Einleitung zur Langfassung der Definition Elternbildung des österreichischen Familienministeriums  wird außerdem näher auf die Zielgruppe, die Arbeitsweise und die Wirkung eingegangen:
„Elternbildung versteht sich als ein Angebot für Mütter, Väter, Großeltern und alle, die mit häuslicher Erziehungsarbeit betraut sind.
Elternbildung unterstützt Eltern dabei, ihre Erziehungsaufgaben zu erkennen und wahrzunehmen, eine für Kinder förderliche pädagogische Haltung zu entwickeln, um in der jeweiligen Situation adäquat zu handeln. Demzufolge soll Elternbildung Lernprozesse auslösen, durch die sich die Kenntnisse, Fertigkeiten, Haltungen und Wertungen der Eltern erweitern. Elternbildung stärkt die elterliche Kompetenz und die Erziehungsfähigkeit und stellt daher einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung dar.“  (Definition Elternbildung des Familienministeriums). Im weiterführenden Text werden diese Grundlagen noch näher ausgeführt.

Die Bildungseinrichtungen im Bereich der Katholischen Erwachsenenbildung in Österreich haben sich zum Ziel gesetzt, die gemeinsamen Grundlagen ihrer Arbeit im Bereich Elternbildung zu definieren und haben diese in der „MARKE  Elternbildung“ zusammengetragen. Der Begriff MARKE steht hier als Abkürzung für „Mit Achtung und Respekt kompetente Eltern“ und ist selbst bereits als so eine Art „Minidefinition“ zu sehen. 2005 erschien die erste Ausgabe dieser Grundlagenbroschüre, die mittlerweile drei Mal überarbeitet wurde.

Darin findet sich zu Beginn folgende Beschreibung des Selbstverständnisses der Katholischen Elternbildung: „Die MARKE Elternbildung – Mit Achtung und Respekt kompetente Eltern steht für Grundlagen, Werte und Qualität der Katholischen Elternbildung in Österreich. Wir stärken, unterstützen und begleiten Eltern bei der Umsetzung ihrer vielfältigen Erziehungsaufgaben mit qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten.“ (MARKE Elternbildung)

Als Definition von Elternbildung sind folgende Punkte zu finden:

  • Katholische Elternbildung versteht sich als Bildungsnahversorger und bietet eine Vielfalt von Bildungsangeboten, die speziell auf die Bedürfnisse von Familien abgestimmt sind. Sie nimmt Eltern und Kinder in ihren jeweiligen Bedürfnissen und ihrer gegenseitigen Bezogenheit ernst.
  • Basierend auf einem christlichen Menschenbild, hat sie als Grundprinzip den wertschätzenden und achtsamen Umgang miteinander.
  • Inklusion, Diversität, Geschlechtergerechtigkeit und Barrierefreiheit sind wichtige Anliegen.
  • Im Sinne von Community Education werden Teilnehmende zum gemeinsamen Mitgestalten ihres gesellschaftlichen Umfeldes angeregt.
  • Elternbildung trägt zu lebenslangem Lernen und damit zur persönlichen und gemeinschaftlichen Weiterentwicklung bei.
  • Elternbildung leistet einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Gesundheitsförderung, zu den frühen Hilfen sowie zur Gewalt- und Suchtprävention. (MARKE Elternbildung)

Dabei wird deutlich, wie vielfältig diese Arbeit sein muss. Eine Arbeit, die sich nach den aktuellen Bedürfnissen von Eltern richtet und die sich zum Ziel gesetzt hat auf regionale, familiensoziologische,  altersspezifische und zeitspezifische Aspekte einzugehen.

 

Die Wiener Kinderfreunde, ein weiterer Elternbildungsträger im Sinne des österreichischen Familienministeriums bedienen sich bei ihrer Definition von Elternbildung eines Zitates der deutschen Expertin Dr. Sigrid Tschöpe Scheffler: „Elternbildung ist ein Angebot der Wiener Kinderfreunde in Kooperation mit dem Bundesministerium für alle Mütter, Väter und andere Erwachsene mit jüngeren und älteren Kindern. ‚Jede Familie ist anders, jedes Kind ist einzigartig und jede Situation einmalig. Schon daraus ergibt sich, dass es nicht für alle die richtige Erziehung geben kann. Stattdessen geht es um die Frage, wie Sie als Eltern den Blick auf Ihre eigenen Stärken lenken können, um sie auszubauen und zu vertiefen.'“ (Sigrid Tschöpe-Scheffler – Kinderfreunde Wien)

Mit einem Blick über die Grenzen lässt sich feststellen, dass hier ähnliche Definitionen der Arbeit in Eltern- und Familienbildung zugrunde liegen.

So formuliert es „Elternbildung CH“, der nationale Dach- und Fachverband der Elternbildung in der Schweiz folgendermaßen: „Elternbildung richtet sich an alle Familienformen in den verschiedenen Lebensphasen und berücksichtigt persönliche, kulturelle und sprachliche Ressourcen. Elternbildung ist Teil der Erwachsenenbildung. Angebote basieren auf Fachkompetenz, Methoden der Erwachsenenbildung und einer spezifischen Elternbildungsdidaktik.“ (Elternbildung CH)

Und weiter: „Elternbildung vermittelt Erziehenden Kenntnisse und Fähigkeiten, die ihre Erziehungskompetenz fördern und stärken. Dabei berücksichtigt sie die Ressourcen der Erziehenden und strebt einen achtsamen und respektvollen Umgang an. Die Elternbildung richtet sich an alle Formen von Familien in den verschiedenen Lebensphasen und berücksichtigt persönliche, kulturelle, soziale und sprachliche Voraussetzungen.“ (Elternbildung CH)

Das deutsche Bundesministerium für Familien, Senioren Frauen und Jugend – BMFSFJ definiert Familienbildung wie folgt: „Eltern können auf unterschiedliche Angebote der Unterstützung und Förderung der Erziehung in der Familie zurückgreifen (§ 16 Kinder- und Jugendhilfegesetz, KJHG). Familienbildung vermittelt mit ihren Angeboten – zumeist in Kursen, Informationsabenden, Elterncafés oder offenen Beratungsstunden – wissenschaftlich fundiertes Erziehungswissen und gibt Tipps, Hinweise und Informationen rund um den Familienalltag in allen Lebensphasen: von der Geburtsvorbereitung über die Trotzphase und Pubertät bis zum Auszug der Kinder. Die Bildungsangebote stehen allen Eltern unabhängig von einem konkreten erzieherischen Bedarf offen. Sie sollen vorbeugend positiv auf die Familienerziehung wirken. Sie umfassen Angebote zur Stärkung der Erziehungskompetenz ebenso wie solche zur Gesundheitsförderung, zur kulturellen Bildung, Haushaltsführung, Lebensführung, im Freizeitbereich und zum sozialen Engagement.“ (Deutsches Bundesministerium für Familien, Senioren Frauen und Jugend – BMFSFJ)

 

Eine der großen Trägereinrichtungen in unserem Nachbarland Deutschland ist die Evangelische Familienbildung. Das Forum Familienbildung als Interessenvertretung der Evangelischen Familienbildung auf Bundesebene definiert Familienbildung folgendermaßen:

„Evangelische Familienbildung basiert auf einem mehrdimensionalen und ganzheitlichen Bildungsbegriff, der die Entwicklung und Entfaltung der ganzen Person zum Ziel hat. Dabei nimmt Familienbildung die Entwicklung des Menschen ganzheitlich und mit allen Dimensionen ihres Lebens in den Blick…Evangelische Familienbildung setzt bei den Bedürfnissen der ganzen Familie und/oder der einzelnen Familienmitglieder an und berücksichtigt dabei unterschiedliche Lebensphasen und Lebenslagen. Sie gibt Orientierungshilfen bei biographischen Übergängen, in Krisen und bei der Suche nach Werten und Sinn. Dabei will sie mit ihren Bildungsangeboten Familien gleich welcher Zusammensetzung, Religion, Herkunft oder Nationalität würdigen, stärken und unterstützen. Im Zentrum geht es dabei um Empowerment für Familien…Gleichwohl bleibt Evangelische Familienbildung ein Angebot für alle Familien.“ (Evangelische Familienbildung Deutschland)

So unterschiedlich sie sein mögen, so geht doch aus den zitierten Definitionen hervor, dass sich bei allen Trägern Elternbildung an ALLE Eltern wendet und  auch an Personen, die Erziehungsaufgaben in Familien übernehmen. Das übergeordnete Ziel ist in allen Fällen die Stärkung der elterlichen Kompetenz (Empowerment).

Die Haltung, in der diese Arbeit in Eltern- und Familienbildung übernommen wird, muss die der „nichtwissenden“ ExpertInnen sein. Der Begriff des „Nichtwissens“ bezieht sich hier auf das Nichtkennen der konkreten Situationen der  Zielgruppe. Daraus ergibt sich die Aufgabe der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und die Herausforderung, die richtige Balance zwischen Informationsvermittlung und Möglichkeit zu Austausch und der Erarbeitung von konkreten Handlungsoptionen im eigenen Familienalltag zu finden.

 

Literatur:

Baum, D. (2006): Elternschaft als Bildungsthema. Linz.

Beham, M. (1997): Elternbildung – Hilfe zur Selbsthilfe: Ergebnisse einer Pilotstudie. Wien: Österreichisches Institut für Familienforschung.

Bundesministerium für Unterricht Kunst und Kultur, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (2011): Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich. LLL:2020 (unveröffentlicht).

Forum Katholische Erwachsenenbildung in Österreich und Forum Beziehung, Ehe und Familie (2015 ): MARKE Katholische Elternbildung – Mit Achtung und Resprekt kompetente Eltern, 4. Auflage, Wien.

Kügerl, C. (02/2009): in  tools – Fachzeitschrift für Erwachsenenbildung des Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, S. 7.

Lenz, W. (1987): Lehrbuch der Erwachsenenbildung, Stuttgart.

Minsel, Beate (2009): Eltern- und Familienbildung. In: Tippelt, Rudolf: Handbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS: 865 – 870.

Werneck, H. (2007): Reader zur Lerhveranstaltung „Angewandte Entwicklungspsychologie: Elternbildung“, Universität Wien.

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Brigitte Lackner, MAS
Verantwortliche für die Vernetzung Elternbildung beim Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, Dipl. Erwachsenenbildnerin und Elternbildnerin, Dipl. Montessoripädagogin, Lebens- und Sozialberaterin
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