Familienzusammensein

Elternbildung wird digital – Webinare als Bildungsangebot für Eltern

In diesem Beitrag wird ein Überblick über Webinare als digitale Bildungsmöglichkeit und eine Beschreibung der Arbeitsweise und Umsetzung von elternweb2go – dem digitalen Elterntreff der Marke Elternbildungn gegeben. Der Einblick in die Umsetzung wird mit praktischen Details ergänzt, bevor einige Gedanken über zukünftige Möglichkeiten des digitalen Lernens für Eltern formuliert werden.

 

Webinare – digitale Bildungsangebote

Offen zugängliche Bildung ist – zumindest auf EU-Ebene – zu einem politischen Ziel erklärt worden. Zentral in dieser Hinsicht ist die Mitteilung der EU-Kommission vom 25.9.2013: „Die Bildung öffnen: Innovatives Lehren und Lernen für alle mithilfe neuer Technologien und frei zugänglicher Lehr- und Lernmaterialien.“ In dieser Erklärung wird insbesondere auf MOOCs und OER eingegangen. Der Begriff MOOC (Massive Open Online Course) beschreibt große, für alle zugängliche Onlinekurse. Unter OER (Open Educational Resources) werden offene, frei kopier- und üblicherweise auch veränderbare Bildungsmaterialien verstanden. (vgl. http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX%3A52013DC0654)

Im Detail wird in dieser Mitteilung die Förderung hochwertiger, innovativer Lehr- und Lernmethoden mithilfe neuer Technologien und digitaler Inhalte beschrieben. Es werden Maßnahmen für offenere Lernumgebungen vorgeschlagen, die Bildung verbessern und effizienter gestalten sollen: Wie viele Vorhaben im Bereich der Bildungspolitik, soll auch durch offene Bildung ein Beitrag zur Erreichung der Europa-2020-Ziele geleistet werden: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums in der EU durch besser ausgebildete Arbeitskräfte.

Es wird aber nicht nur auf die wirtschaftlichen Ziele eingegangen. Auch die „Gerechtigkeitswirkung“ des erweiterten Zugangs „für benachteiligten Gruppen“ bei sinkenden Kosten durch den Einsatz offener Ressourcen und neuer Technologien findet Erwähnung. Voraussetzung dafür seien aber „nachhaltige Investitionen in Bildungsinfrastrukturen und Humanressourcen“. (vgl. https://ec.europa.eu/epale/de)

Darüber hinaus findet die Internationalisierung von Bildung Erwähnung:

„Vor allem können Bildung und Wissen so Grenzen sehr viel leichter überwinden, wodurch der Wert und das Potenzial der internationalen Zusammenarbeit um ein Vielfaches steigen. Dank OER und vor allem MOOCs können Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen heute gleichzeitig Tausende Lernende auf allen fünf Kontinenten erreichen […].“

 

Wie können Webinare zu einer Öffnung von Bildung beitragen?

Man könnte eine Webinar-Reihe als eine Spielart eines Mini-MOOCs verstehen: offen für alle, ohne jede Zugangsbeschränkung, Kurscharakter durch thematische Strukturierung sowie Vernetzung der Teilnehmenden durch begleitende Online-Communities. Darüber hinaus können durch Webinare offene Bildungsresourcen produziert werden.

Nicht nur die Aufzeichnung kann als OER frei verfügbar gemacht werden, ebenso können Präsentationen oder weitere Lernmaterialien  als Gemeingüter bereitgestellt werden.

Wie auch MOOCs werden Webinare erst dann interessant, wenn eine bestimmte Anzahl an Personen an diesen aktiv teilnimmt. Da Webinare an keinem bestimmten Ort stattfinden, bieten sich Kooperationen in besonderer Weise an. Zwei oder mehr Kooperationspartner können die Inhalte gestalten, zu einem Webinar einladen, es bewerben und auf Wunsch auch lokale Schnittstellen zur Teilnahme und Vernetzung anbieten. So ist es denkbar, dass sich Teilnehmende an einem Webinar auch vor Ort zur gemeinsamen Teilnahme treffen. Dies ist aber mit technischen Herausforderungen verbunden, da zum Beispiel mehrerer Mikrofone und Kameras benutzt werden sollten. Auch leiden die Interaktionsmöglichkeiten (z.B. Chat & Whiteboard), wenn nicht alle TeilnehmerInnen einen eigenen Computer verwenden.

Kooperationswebinare können auch zu internationaler Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen führen. Hier wird deutlich, dass es einen Mehrwert für die Teilnehmenden geben kann, der weit über – zum Beispiel – das Teilen von Kosten hinausgeht.

Kooperationen bieten sich insbesondere auch für Bildungseinrichtungen in ländlichen Gegenden an. Sie können so die regionale Bildungslandschaft bereichern. Oft werden Präsenzkurse zu etwas spezielleren Themen in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte gar nicht erst angeboten oder sie kommen aufgrund der zu geringen Anzahl an Anmeldungen nicht zustande. Webinare können einen Beitrag zum Abbau des Gefälles beim Bildungsangebot zwischen Zentralräumen und den Regionen leisten. Gleichzeitig mit der Etablierung dieses neuen Formats leisten Bildungseinrichtungen mit Webinaren einen Beitrag zur Erhöhung der Medienkompetenz der Teilnehmenden. Gerade diese ist notwendig, um die Anschlussfähigkeit von ländlichen Regionen aufrecht zu halten oder zu verbessern.

 

Zeitgemäße Formate

Häufig zu erleben sind immer noch Webinare bei denen klassische One-to-Many-Settings verfolgt werden. Dabei werden PowerPoint-Präsentationen mit gesprochenem Kommentar gezeigt. Der Chat wird dabei oft auch moderiert. Das bedeutet, dass die Chatnachrichten nicht für alle sofort sichtbar sind. Die Teilnehmenden können dabei weder sehen, wer noch anwesend ist, noch können sie miteinander kommunizieren.

Dabei ist heute so viel mehr an synchroner Interaktivität möglich. Erst diese macht ein Webinar als Live-Veranstaltung interessant. Ansonsten bietet der Live-Charakter kaum Mehrwert zur Aufzeichnung bzw. könnte dann als Screencast (Film vom Bildschirminhalt mit gesprochenen Kommentaren) produziert werden.

Zeitgemäße Webkonferenz-Systeme erlauben allen TeilnehmerInnen über Video, Audio, Chat, Whiteboard, Umfragen und zahlreichen weiteren Interaktionstools zusammen zu arbeiten. Insbesondere Stimme und Video lassen Webinare zur persönlichsten und sozialsten Form des Online-Lernens werden.

So können Elemente der Peer-Learnings oder konnektivistische Ideen in das Webinar-Format einfließen. Unterstützend können auch Social Networks, Weblogs, Wikis, Foren und viele weitere Werkzeuge eingesetzt werden.

 

Wie fühlen sich Webinar-TeilnehmerInnen willkommen?

Der wichtigste Aspekt ist die Identifikation der TeilnehmeInnen mit dem Online-Meeting – das gilt sowohl für die Form als auch für dieInhalte. Partizipation ist dabei der Schlüssel für Identifikation.

Welche Möglichkeiten der Partizipation gibt es:

Diskussion über die Inhalte des Webinars vor der Veranstaltung z.B. in Social Networks oder

Weblogs Einsatz von Crowdsourcing-Tools. Es gibt viele Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme zu motivieren. Ein Tool, das wir gerne im Vorfeld oder auch während Webinaren einsetzen, ist Padlet. Damit kann man im Web eine virtuelle Pinnwand, ein schwarzes Brett erstellen, das von allen – sogar gleichzeitig – beschrieben werden kann. Dieses Online-Werkzeug stellt eine sehr niederschwellige Möglichkeit zur Beteiligung dar. Teilnehmende sollen wirklich Beitragende werden: Alle haben eine Geschichte zu erzählen, und man kann ihnen eine Bühne – allerdings in einem klar definierten Rahmen – bieten. Sichtbarkeit wird so zum Motivationsfaktor.

Die Etablierung einer lebendigen Online-Community ist eine große Herausforderung. Wenn es aber gelingt, kann diese einen wichtigen Mehrwert für alle darstellen.

 

elternweb2go – ein digitales Bildungsangebot für Eltern

In Folgenden wird elternweb2go – der digitale Elterntreff der MARKE Elternbildung vorgestellt. Elternweb2go ist eine digitale Form von Bildungsarbeit, speziell für Eltern. Sie entstand durch eine intensive Zusammenarbeit im Bereich Elternbildung des österreichischen Dachverbandes für katholische Erwachsenenbildung (Forum Katholische Erwachsenenbildung in Österreich).

elternweb2go – entstand aus einer Idee, die im Mai 2015 im Rahmen einer Fortbildung zum Thema “digitale Medien in der Bildungsarbeit” geboren wurde. Brigitte Lackner, als Verantwortliche für den Fachbereich Elternbildung und Katharina Ratheiser, als angehende Erwachsenenbildnerin mit Schwerpunkt Elternbildung und Social Media Expertin nahmen an dieser Bildungsveranstaltung teil.

Der Gedanke, ein Bildungsformat für Eltern zu schaffen, das es zulässt, sie dort anzutreffen, wo viele sich Informationen besorgen war gleich faszinierend und es dauerte nur wenige Wochen, bis diese Gedanken in ein Konzept gegossen waren. Mit Hilfe der Unterstützung von Mag. David Röthler in technischen Belangen und der Expertise im Fachbereich Elternbildung im Forum Katholischer Erwachsenenbildung, gelang es in relativ kurzer Zeit, alle notwendigen Gremien für das Vorhaben zu begeistern.So konnte schon im Oktober 2015 elternweb2go als erstes Webinar einer österreichischen Elternbildungs- Trägereinrichtung online gehen. Dem ganzen Unternehmen stand David Röthler mit der Initiative digi4family hilfreich zur Seite, und es gibt seither eine gelungene Kooperation.

 

Das Konzept

Wir verstehen Elternbildung nicht als Belehrung oder als reine Informationsweitergabe, sondern als eine Möglichkeit Informationen zu sammeln, sich auszutauschen und in einer vertrauensvollen Umgebung neue Impulse für den Familienalltag zu setzen. Dies hat auch bei der Gestaltung der Webinare oberste Priorität: das Konzept sieht vor, dass der/die Teilnehmende selbst entscheidet, wie viel und in welcher Form er/sie sich einbringt. Eine Teilnahme an elternweb2go ist von völlig anonym bis aktiv mit Ton und Bildkontakt möglich; oder aber auch via Livechat schriftlich.

Wir arbeiten mit einem Online Tool von Adobe, für das der/die Teilnehmerin keinerlei technische Voraussetzungen außer einem PC, einem

mobilen Endgerät und einer stabilen Internetverbindung braucht. Wer via Ton und Bild teilnehmen möchte, der/dem ist ein Headset zu empfehlen. Über einen link ist ein Einsteigen jederzeit und von überall bei guter Internetverbindung möglich. Dabei ist kein Download (außer bei mobilen Geräten eine App) notwendig. Somit ist auch die anonyme Teilnahme mittels Pseudonym möglich.

Die Themen, die wir für die Webinare wählen, orientieren sich an den Bedürfnissen von Eltern. Durch unser Fachwissen, unsere Erfahrung im Bereich Elternbildung und unser Bemühen um stetige Weiterentwicklung, sind uns diese bekannt und wir versuchen in jeder der Ausgaben ganz unterschiedliche Phasen im Leben als Eltern anzusprechen.

Ein bis zwei Mal pro Jahr gibt es in Kooperation mit digi4family ein Thema zum Bereich digitale Medien und Familie.

Zusätzlich versuchen  wir einmal pro Jahr mit elternweb2go auch “hinaus” zu gehen und senden unser Webinar aus einem öffentlichen Raum, um einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen.

„Outdoor elternweb2go“ im Rahmen einer Veranstaltung des Österreichischen Familienministeriums

Alle ReferentInnen/ImpulsgeberInnen der Webinare sind ausgebildete ElternbildnerInnen, die “ihre” Themen einbringen, mit denen sie als ExpertInnen auch in Präsenzveranstaltungen wie Seminaren, Workshops und Vorträgen arbeiten. Da wir meinen, dass die Umstellung der ReferentInnen auf dieses neue Format viel Mut und Einarbeitung erfordert, ist es uns wichtig, dass sie bei ihren vertrauten Themen bleiben. Die ReferentInnen kommen jeden Monat aus einem anderen Bundesland und werden von einer jener Mitgliedseinrichtungen des Forums Katholischer Erwachsenenbildung, zu deren Angeboten Elternbildung zählt entsandt.

Jedes Webinar wird von einer Moderatorin begleitet, die mit der Impulsgeberin und der Vertreterin des Forums Katholischer Erwachsenenbildung (als Veranstalter) gemeinsam die Vorbereitung und Nachbereitung übernimmt. Als Moderatorin für elternweb2go steht uns Katharina Ratheiser zur Verfügung, für die diese Form der Elternbildung eine ideale Kombination aus ihren Kompetenzen (Erwachsenenbildung/Elternbildung und Social Media Management) darstellt.

Ca. einmal pro Jahr gibt es eine Weiterbildungsveranstaltung für die ReferentInnen/ImpulsgeberInnen, die von David Röthler gestaltet und von digi4family gesponsert wird. Diese besteht aus einem eintägigen Präsenzmeeting und drei weiteren Online-Meetings, in denen die erworbenen Kenntnisse unter fachkundiger Anleitung  vertieft und erprobt werden können.

 

Zahlen und Fakten zu elternweb2go

durchschnittlich 42 Teilnehmende pro Livetermin
durchschnittlich 82 youtube NutzerInnen pro Thema
durchschnittlich 124 erreichte Personen pro Webinar

Das bedeutet, dass bei elternweb2go rund 1/3 der TeilnehmerInnen live dabei sind und rund 2/3 die Aufzeichnungen als offene Bildungsressourcen nutzen.

 

Die Themen (als Beispiel die Themenliste des ersten Jahres)

Eine vollständige Auflistung aller Themen inklusive Links zu den Aufzeichnungen findet sich unter folgendem Link:
http://www.elternbildung.or.at/elternbildung/angebote/elternweb2gowebinare

WebinarDatumThema
1.112.10.2015Von Sandmännchen und Schlafräubern
1.29.11.2015 Zwischen Verwöhnen und Grenzen setzen
1.314.12.2015 Heute schon gespielt?
1.411.1.2016 Nerven sparen im Familienalltag
1.515.2.2016 Von Nesthäkchen, Sandwichkindern und den Großen
1.614.3.2016 Vom Sinn der Sinne
1.711.4.2016 Hilfe mein Kind ist online!
in Kooperation mit digi4family
1.815.5.2016 Freudensprünge, Wutausbrüche und Krokodilstränen
Live vom Familienfest im Wr. Augarten
1.913.6.016 Meine Grenzen – deine Grenzen – Kindern respektvoll und konsequent einen Rahmen setzen

 

Werbung

Die Werbung für elternweb2go findet ausschließlich online statt. Dazu nutzen wir die digitalen Kanäle unserer Mitgliedseinrichtungen (Websites, facebook Seiten, Twitter,…) Das Forum Katholischer Erwachsenenbildung als Veranstalter wirbt hauptsächlich über facebook sowie über die Website www.elternweb2go.at.

Aktuelle Informationen finden sich hier: http://www.elternbildung.or.at/elternbildung/angebote/elternweb2gowebinare

Über den YouTube Kanal von elternweb2go sind alle Aufzeichnungen vergangener Webinare auffindbar, die somit eine offene Lernressource darstellen. Youtube dient auch als Plattform für digitale persönliche Einladung via Kurzvideos.

Für Präsentationen bei Veranstaltungen gibt es Sticker und Flyer. In der Öffentlichkeitsarbeit werden die üblichen Kanäle wie Presseaussendungen und Kooperation mit Plattformen in der Erwachsenenbildung genutzt.

 

Ausblick für elternweb2go

Die digitalen Plattformen Twitter und Instagram sollen zusätzlich und analog zu facebook für die Bewerbung genutzt werden. Weiters soll die Möglichkeit des Livestreams über facebook getestet werden. Zusätzliche digitale tools werden getestet und werden das methodische Repertoire  von elternweb2go bereichern.

Da immer wieder Elternbildungsanbieter aus Nachbarländern Interesse an diesem Modell zeigen und elternweb2go auch schon in der Schweiz, in Südtirol und in Deutschland vorstellt wurde, wird  sicherlich über europäische Kooperationsmöglichkeiten nachgedacht.

Und nicht zuletzt stellt natürlich der stetige technische Fortschritt ein großes Entwicklungspotenzial dar.

 

Ausblick auf weitere mögliche digitale Lernformate in der Elternbildung

Augmented Reality

Die Sinneswahrnehmung des realen Raumes wird computergestützt erweitert. Eine Kombination von holographischen Systemen, die zu erstaunlichen Augmented-Reality-Szenarien führen, mit ortsbasierten Diensten sowie Social Networks erlauben gobal vernetzte Lernerfahrungen. Smart Devices lassen diese in jeder Alltagssituation zu. Interaktion wird live am unmittelbarsten erlebt.

Bisher werden in Webvideokonferenzen der akustische und optische Sinn angesprochen. Haptische und olfaktorische Erfahrungen – wenn gewünscht – intensivieren die Sinneswahrnehmung und ermöglichen ein stärkeres Eintauchen in die Lernszenerie und erleichtern das gemeinsame Lernen. Insbesondere holographische Systeme, die quasi ein Beamen anderer Personen zulassen, bewirken das Gefühl von Präsenz.

 

Matching-Systeme vernetzen Menschen hinsichtlich ihrer aktuellen Interessen. Kommunikation und Vernetzung sowie das Befriedigen intrinsischer, spontaner Lernbedürfnisse spielen dabei die Hauptrolle. Globale vernetzte Lerncommunities entstehen problem- und lösungsorientiert. Der Zugang zu diesen ist offen und flexibel. Lernerfahrungen werden weitgehend automatisiert dokumentiert und stehen anderen zur Verfügung.

Auge und Ohr werden noch einige Zeit die wichtigsten Schnittstellen des menschlichen Körpers zur Technologie sein. Nach einem massiven Nutzungsanstieg mobiler Endgeräte, etablieren sich neue Formate dafür, die nebenbei bedienbar sind, nicht unsere volle Aufmerksamkeit beanspruchen und uns die Hände zurückgeben. Datenbrillen oder auch Sprachsteuerungen sind wichtige Innovationen für nahtlose technologische Unterstützung.

Interaktion und Vernetzung mit anderen Lernenden sind Motivationsfaktoren. Elternbildung kann und soll  Vernetzung mit anderen Menschen in ähnlichen Lebensphasen sein und trägt zu einem informellen Lerrnprozess bei. Deshalb sollten wir auch immer wieder neue digitale Möglichkeiten kritisch betrachten und als mögliche Lernformen für die Elternbildung in Erwägung ziehen.

 

Glossar

MOOC

Die Abkürzung MOOC steht für „Massive Open Online Course“. Darunter versteht man große, für alle Interessierten offene Online-Kurse, die zumeist von Universitäten veranstaltet werden. Viele MOOCs lassen sich auf der von der Europäischen Union betriebenen Plattform Open Education Europa finden http://www.openeducationeuropa.eu/

 

OER

Als Open Educational Resources (englisch, kurz OER) werden freie Lern- und Lehrmaterialien in Anlehnung an den englischen Begriff für Freie Inhalte (open content) bezeichnet. Das Konzept von OER kann als eine neue Art der Informationserstellung und -(ver-)teilung im Bildungsbereich verstanden werden.

 

Webinar

Webinare verbinden alle Beteiligten live per Web-Videokonferenz. Die Synchronität führt zu einer neuen sozialen Interaktionsqualität. Allerdings erfordert die technisch hergestellte Unmittelbarkeit auch das Erlernen neuer Kompetenzen bei allen Beteiligten.

Die Kommunikation über Live-Online-Systeme hat viele Vorteile. So ist es nicht mehr notwendig sich an einem Ort zu befinden, um zeitgleich zu kommunizieren zu arbeiten und zu lernen. Dadurch können Reisekosten und Zeit gespart werden und die Umwelt wird geschont. Für Menschen in peripheren ländlichen Gebieten mit guter Internetverbindung sind Online-Veranstaltungen eine Möglichkeit zur Teilhabe an Vernetzung, Kommunikation und Bildung.

 

Dieser Beitrag entstand unter Mitarbeit von :

Mag. David Röthler

Mag. David Röthler ist Jurist, Unternehmensberater, Universitätslehr-beauftragter, Erwachsenenbildner. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Gesellschaft und Internet, er hat Lehraufträge an Universitäten in Österreich und Deutschland; Themen: Journalismus, Politik, Bildung, Europäische Bildungspolitik. David Röthler arbeitet als Berater für EU-finanzierte Projekte und sammelt Erfahrungen mit neuen Formaten und Methoden: MOOCs, Flipped Classroom, Live-Online-Lernen (Webinare)…

Er ist Mitgründer und Gesellschafter des Beratungsunternehmens PROJEKTkompetenz.eu GmbH, Salzburg; Mitglied von ikosom.de – Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Berlin sowie Vorstandsmitglied und Projektmanager von WerdeDigital.at, Wien.

WerdeDigital.at ist eine im Jahr 2014 ins Leben gerufene Initiative. Ziel ist die Vermittlung von Medienkompetenz sowie zu eigenständigem und sicherem Umgang mit digitalen Medien sowie zur Reflexion anzuregen.

Weblog: http://david.roethler.at/

Email: david@roethler.at

show details
Brigitte Lackner, MAS
Verantwortliche für die Vernetzung Elternbildung beim Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, Dipl. Erwachsenenbildnerin und Elternbildnerin, Dipl. Montessoripädagogin, Lebens- und Sozialberaterin
  • 3616 Wörter
  • 15 Minuten Lesen
  • 8 Bilder
Schriftgröße + -
Schriftfarbe
Hintergrundfarbe