Familienzusammensein

Kinder lernen Sprache(n)

Für die Qualität des Sprach- und Leseerwerbs eines Kindes sind die unterschiedlichen Anlagen, das individuelle Entwicklungstempo und die Einflüsse der Umgebung ausschlaggebend.

 

Wie sprechen lernen gelingt

„In den ersten Lebensjahren können sich Kinder Sprache am besten aneignen, wenn sie in unterschiedlichen Lebenssituationen ausreichend Gelegenheit haben, mit Eltern, Geschwistern, anderen Kindern und Erwachsenen Sprache in vielfältiger Weise zu erfahren. Ist dies gewährleistet, ist die Sprache bei den meisten Kindern mit 4 bis 6 Jahren so weit entwickelt, dass sie ihre Muttersprache und gegebenenfalls auch noch eine Zweit- und

Drittsprache im täglichen Umgang verstehen. Sie selber sprechen in vollständigen, grammatikalisch korrekten Sätzen und sind bezüglich Artikulation und inhaltlicher Aussage gut verständlich.“ (Largo, 2012: 413)

 

Beziehungen 

Sprache wird in Beziehung gelernt. Kinder müssen Sprache bei ihren Mitmenschen hören und sehen können. Sprache lernt sich nicht von Video- oder Audioaufzeichnungen. Kinder benötigen Eltern oder andere Bezugspersonen, zu denen sie eine emotionale Bindung aufbauen, um Sprache verstehen, selbst entwickeln und nachahmen zu können. Viele Entwicklungsschritte des Spracherwerbs vollziehen sich in Wechselbeziehung mit der Entwicklung der sozialen Fähigkeiten. So beginnt das Kind „nein“ zu verstehen, wenn es von den Eltern wegkrabbeln kann und dadurch mehr Gefahren ausgesetzt ist. Zwischen dem 15. und 36. Lebensmonat benützen Kinder ihren Vornamen. „Diese Fähigkeit ist aufs Engste mit der Ich-Entwicklung verbunden: Kinder bilden zwischen 18 und 24 Monaten eine erste Vorstellung von ihrer Person.“ (Largo, 2012: 396)

Die Sprachentwicklung wiederum beeinflusst die emotionalen und sozialen Fähigkeiten des Kindes. Kinder, die in der Sprachentwicklung langsamer sind, verstehen genauso viel wie andere Kinder, benötigen jedoch häufiger Gesicht, Hände und andere Körperteile um sich auszudrücken. Diese Körpersprache führt häufiger zu Missverständnissen oder Unverständnis, wodurch es zu Frustrationen und heftigen Wutausbrüchen kommen kann. (vgl. Largo, 2012:396)

 

Gehirn

Mehrere Bereiche im Gehirn sind bei der Entwicklung von Sprachverständnis und Sprachausdruck beteiligt und arbeiten zusammen. Im Schläfenlappen liegt das Sprachverständniszentrum, das auch Wernicke-Areal genannt wird. Das Broca-Areal liegt im Frontallappen und ist für das aktive Sprechen, die Sprachproduktion, zuständig.

Zusätzlich verfügen bereits Neugeborene über Spiegelneuronen. Diese Nervenzellen sind aktiv, wenn das Kind eine Handlung beim Gegenüber beobachtet. Sie lassen den Beobachter in einer „inneren Simulation“ spüren, was in dem, der beobachtet wird vorgeht. Dieser neurobiologische Vorgang ermöglicht spontanes, intuitives Verstehen. So wird die Sprachproduktion angebahnt, lange bevor das Kind selbst Worte bilden kann.

Viele Schritte der geistigen Entwicklung, die bei Babies und Kleinkindern im Spielverhalten zu sehen sind, stehen in engem Zusammenhang mit der Sprachentwicklung. So beginnen Kinder mit dem Inhalt-Behälter-Spiel und zur selben Zeit entdecken sie, dass Silben und Wörter einen Inhalt, eine Bedeutung haben. Etwas später sprechen sie diese Wörter selbst. „Nach dem gleichen Prinzip geht das Kind bei den Farben vor. Zwischen 10 und 24 Monaten ordnet es die Farben einander zu, dann lernt es ihre Namen kennen und schließlich benennt es die Farben.“ (Largo, 2012: 405)

 

Sinne und Bewegung

Damit Kinder Sprache hören, verstehen, selbst sprechen und schließlich lesen können, müssen mehrere Sinneseindrücke wahrgenommen und vernetzt werden. Das Hören ist eine Grundvoraussetzung für die Sprachentwicklung, ebenso wichtig sind das Sehen, der Tastsinn und die Tiefensinne,  wie der Gleichgewichtssinn und der kinästhetische Sinn. Nur in dieser Kombination können Kinder Sätze wie: „Deine Jacke liegt auf der Bank.“ verstehen. Das Kind muss mit seinem Sehvermögen die „Jacke“ und die „Bank“ von den anderen Gegenständen unterscheiden und mit seinem räumlichen Verständnis deren Lage „auf“ erkennen können.

Beim Lesen von Buchstaben ist die Raumwahrnehmung ebenfalls von Bedeutung. So unterscheiden sich „M“ und „W“ vor allem durch die unterschiedliche Lage. Kinder begreifen Wörter durch konkretes „Begreifen“. Sie betasten einen Gegenstand, tun etwas damit und einige Zeit später verstehen sie das dazugehörende Wort. Wieder etwas später können sie das Wort selbst sprechen.

 

Sprechorgane

Damit Menschen sich sprachlich ausdrücken, benötigen sie die Sprech- und Atmungsorgane. Mit vielen kleinen Muskeln wird die Atemluft durch Kehlkopf, Rachen und Mund geleitet, so dass Töne und schließlich Laute, Silben und ganze Wörter entstehen und von der Umgebung deutlich verstanden werden. Der Kehlkopf, die Atmungs-, Kiefer- und Mundmuskulatur sowie die Zunge sind an diesem Vorgang beteiligt.

 

Individualität

Der Ablauf der Sprachentwicklung erfolgt meist in einer bestimmten Reihenfolge, die bei fast allen Kindern zu beobachten ist. Kinder beginnen die ersten kurzen Sätze nach grammatikalischen Regeln zu bilden, wenn sie über einen Wortschatz von 200 Wörtern verfügen. Dies ist unabhängig vom Alter. (vgl. Largo, 2012: 404)

Wann ein Kind seine sprachliche Fähigkeit entfaltet, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. „Während einige Kinder bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres zu sprechen beginnen, lässt das Reden bei anderen bis ins dritte Lebensjahr auf sich warten. Diese große Streubreite betriff t vor allem das Sprechen, weniger das Verstehen.“ (Largo, 2012: 389)

Bei vielen Kindern erfolgt die Sprachentwicklung in Sprüngen und manchmal gibt es Pausen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Kind gerade mit einem anderen Entwicklungs-bereich z. B. dem freien Gehen beschäftigt ist. Mädchen sprechen meist etwas früher als Jungen und weisen im Mittel einen etwas größeren Wortschatz auf. (vgl. Largo, 2012: 403)

Bei der Sprachentwicklung entfalten sich der aktive Sprachausdruck und das passive Sprachverständnis gleichzeitig. Unter dem Sprachausdruck versteht man alle Laute, Silben und schließlich Wörter und Sätze, die ein Kind aktiv spricht. Das Sprachverständnis umfasst Laute, Silben, Wörter und Sätze, die das Kind hört und versteht. So hat jedes Kind einen aktiven und einen passiven Wortschatz. Von Beginn an ist das passive Sprachverständnis größer als der aktive Sprachausdruck.

 

Fähigkeiten der Eltern

Das Lernen der Sprache ist kein einmaliger Vorgang und wird von Mutter und Vater während der intensiven Sprachlernphase bis zum fünften Lebensjahr durch entwicklungsadäquate, sich verändernde Anpassungsleistungen unterstützt. (vgl. Grimm, 1998: 746)

Das Ehepaar Papoušek hat die „intuitiven kommunikativen Fähigkeiten“ von Eltern beschrieben. Mütter und Väter sprechen mit ihrem Neugeborenen in einer Art und Weise, wie sie das Baby am besten hören und in einem gewissen Sinne verstehen kann. Diese Verhaltensbereitschaften, die Blickkontakt, Mimik, Körperhaltung und eine für das Baby leicht erfassbare Stimmlage und Ausdrucksweise umfassen, fördern das Neugeborene auch in der Sprachentwicklung. Diese Sprechweise wird Ammensprache genannt.

Eltern sprechen mit ihrem Baby, wenn sie es pflegen oder gemeinsam mit ihm etwas tun. Diese beschreibende Sprache fördert die Eltern-Kind-Beziehung und den Spracherwerb. Eltern verstehen ihr Kind ganzheitlich. Sie beziehen die Körpersprache und schließlich die Zeigegesten des Kindes in die Kommunikation mit ein. Bei Gefühlsäußerungen spiegeln sie intuitiv die Mimik des Kindes und benennen das erlebte Gefühl z. B. „Ja, so eine Freude!“ So lernt das Kind das Wort für das jeweilige Gefühl und kann diese Gefühlsempfindung besser integrieren. Mit den zunehmenden Fähigkeiten des Kindes tritt die Ammensprache immer mehr in den Hintergrund und Eltern verwenden einen stützenden Sprechstil, mit dem sie die ersten sprachlichen Fähigkeiten des Kindes begleiten. Sie greifen Aussagen des Kindes auf und erweitern diese immer wieder in ganz kleinen Portionen. Mit dieser stützenden Sprache fördern Eltern den Worterwerb ihres Kindes im zweiten Lebensjahr und schützen es vor Überforderung. (vgl. Grimm, 1998: 747)

Eltern erkennen den ausgestreckten Zeigefinger des Kindes verbunden mit einem fragenden Blick als Zeigefrage und beantworten diese. Schließlich passen sie ihre Sprechweise der zunehmenden Ausdrucksfähigkeit an. Sie bestätigen den Inhalt der Aussagen des Kindes, indem sie die Aussagen wiederholen. Dabei greifen sie Aussprache- oder grammatikalische Fehler nicht auf, sondern bieten dem Kind durch die richtige Aussprache ein korrigierendes Modell an. Grimm spricht von der „lehrenden Sprache“ der Eltern. (vgl. Grimm, 1998:748)

 

Leseentwicklung 

Bei der frühen Leseentwicklung geht es noch nicht um das Lesen von Texten. Bei Kindern sind viele Schritte in der Symbolerkennung, bei der Entwicklung von Erzählstrukturen und beim Umgang mit Büchern zu beobachten, die zum späteren Lesen führen. Diese Entwicklungsschritte können Eltern wahrnehmen und begleiten, ohne ihr Kind vorzeitig zum Lesen zu drängen.

Im Einzelnen sind diese Entwicklungsschritte in diesem Beitrag in einer Tabelle unter dem Punkt „weitere Informationen“ zu finden. Bücher werden ebenso wie Sprache im Kontakt mit Menschen entdeckt und schließlich der Inhalt ihrer Bilder und Texte entschlüsselt. Dabei sind Mütter, Väter und Erziehende wichtige BegleiterInnen und Vorbilder.

 

Mehrsprachig aufwachsen 

David (5 1/2 Jahre) und seine Schwester Lisa (4 Jahre) werden zweisprachig erzogen.

Ihre Mutter beherrscht die slowenische und die deutsche Sprache. Ihr Vater spricht Deutsch. So konnten beide Kinder von Geburt an beide Sprachen erfahren und sich in beiden Sprachen üben. Um die sprachliche Entwicklung der Kinder zu fördern, halten die Eltern Richtlinien für die zweisprachige Erziehung ein. Die Mutter spricht mit den Kindern immer Slowenisch. Da David die ersten vier Jahre viel von seiner Mutter betreut wird, wird in dieser Zeit Slowenisch seine Hauptsprache oder auch starke Sprache. Er spricht mit der Mutter ebenfalls Slowenisch. Der Vater spricht mit den Kindern immer Deutsch. So lernen die Kinder parallel zur slowenischen Sprache auch die deutsche Sprache verstehen und sprechen. Da der Vater berufsbedingt weniger zu Hause ist, ist in den ersten Jahren Deutsch die schwache Sprache.

David und Lisa besuchen einen zweisprachigen Kindergarten. Da in der Umgebung hauptsächlich Deutsch gesprochen wird, ist für David in den letzten Monaten Deutsch zur ersten oder auch starken Sprache geworden. Im Jahr vor dem Schulbeginn hat David in beiden Sprachen einen ausgiebigen Wortschatz entwickelt und er kennt die wichtigen Grammatikregeln.

Die Möglichkeit, zwei Sprachen zu beherrschen und sich darin beheimatet zu fühlen, wollen die Eltern auch in der Schulzeit fördern. David und Lisa gehören zu den 50% der Menschen, die zweisprachig aufwachsen. Es ist faszinierend, wie mühelos und selbstverständlich Kinder bei der natürlichen Zweisprachigkeit zwei Sprachen gleichzeitig lernen können. Dies ist ein lebenslanger Schatz für die Kinder und hat zunehmend auch Bedeutung für das spätere Berufsleben. Die zweisprachige Erziehung stellt für Eltern eine gewisse Herausforderung dar.

 

Wenn einige Richtlinien beachtet werden, wird das Erlernen einer zweiten Sprache nie zum Nachteil für die erste Sprache. Im Gegenteil, die Sprachen stärken sich gegenseitig. Wesentliche Elemente zweisprachiger Erziehung sind:

  • Ausreichende ganzheitliche und sprachliche Zuwendung

Da die Lernbereitschaft und die Lernfähigkeit in einer angenehmen, wohlwollenden Atmosphäre am größten sind, kommt beim Spracherwerb der Eltern-Kind-Beziehung eine wesentliche Bedeutung zu. Im Vorschulalter lernen Kinder noch sehr viel durch Erlebnisse. Sie benötigen daher viele Erfahrungen mit Vater und Mutter, bei denen sie spüren, „die haben mich lieb“. „Auf Mama und Papa kann ich mich verlassen. Die meinen es gut mit mir und die helfen mir, wenn ich nicht weiter weiß“. Auch Erfahrungen von Klarheit und Orientierung sind wichtig. „Die Mama weiß, was sie will. Wenn sie etwas verbietet, dann bleibt das auch so.“ Im Vorschulalter generell und bei der Zweisprachigkeit im Besonderen, ist der positive Umgang mit Missgeschicken und Fehlern wichtig. Wenn Kinder erleben, dass Fehler auch zum Leben der Eltern gehören und wie man diese wieder gut machen kann, entwickeln sie genug Zutrauen zu sich selbst und damit auch zu „sprachlichen Experimenten“.

 

  • Positive Einstellung zur Zweisprachigkeit

Da Sprache in Beziehung erlernt wird, wirkt sich die Einstellung der Erwachsenen zur jeweiligen Sprache auf den Spracherwerb des Kindes aus. Am vorteilhaftesten ist es, wenn alle Bezugspersonen des Kindes (Eltern, Freunde, Verwandte, KindergartenpädagogInnen und Nachbarn sowie das allgemeine Umfeld) zu beiden Sprachen eine positive Einstellung haben. Es ist dabei gleichgültig um welche Sprachen es sich handelt. Wenn das Kind erlebt, dass die Menschen, die einer „ihrer“ Sprachen sprechen, diese Sprache schätzen und gerne benützen, dann sind sie motiviert, dies auch zu tun. Es ist wichtig, dass Kinder merken, dass auch jene Menschen, die eine „ihrer“ Sprachen nicht verstehen, oder zumindest nicht sprechen können, es befürworten, dass diese Sprache gesprochen wird.

Im Idealfall erlebt das Kind nicht nur Toleranz, sondern auch Interesse für beide Sprachen. Die Zweisprachigkeit wird als Entfaltungsmöglichkeit gesehen, die den Kindern zur Verfügung steht, jedoch nicht als Verpflichtung oder Druck. Echtes Lernen basiert auf Freiwilligkeit. Das Kind entscheidet mit, welche der beiden Sprachen die starke und welche die schwache Sprache werden wird. Es kann auch sein, dass sich ein Kind im Laufe seiner Schulzeit von der natürlichen Zweisprachigkeit „verabschiedet“ und die zweite Sprache eher wie das Erlernen einer Fremdsprache betrachtet.

Eine echte zweisprachige Kompetenz festigt sich erst nach der Pubertät. Eine spezielle Rolle spielt das gesellschaftliche Umfeld. Meist werden in einer Wohngegend Sprachen nicht gleich, sondern unterschiedlich bewertet. Kinder, die mit den Sprachen Deutsch/Englisch, Deutsch/Französisch oder Deutsch/Italienisch aufwachsen, werden zeitweise bewundert, meist wird ihnen waches Interesse entgegen gebracht. Diese Sprachen haben ein positives Sozialprestige. Andere Sprachen wiederum, wie auch Slowenisch bei der beschriebenen Familie, stoßen häufiger auf Befremdung oder gar Ablehnung. Auch wenn dies im Sinne der europäischen Gemeinschaft und dem generellen „Zusammenrücken“ der Welt nicht mehr zeitgemäß ist, erschwert es den Kindern den unbeschwerten Gebrauch beider erlernter Sprachen.

 

  • Funktionale Sprachtrennung

Wenn Kinder zwei Sprachen gleichzeitig lernen, versuchen sie in den Sprachen, die sie in ihrer Umgebung hören, eine Ordnung zu erkennen. Mit der funktionalen Sprachtrennung erleichtert man dem Kind das Erkennen dieser Ordnung und somit das Erlernen beider Sprachen.

So können Sprachmischungen verringert, bzw. verhindert werden. Funktionale Sprach-trennung bedeutet, dass in den jeweiligen Beziehungen (Mutter-Kind, Vater-Kind, Vater-Mutter-Kind, Großeltern-Enkelkind …) und Kontexten (Kindergarten, Schule, Besuch bei Freunden …) immer die gleiche Sprache verwendet wird. Wenn Eltern auf diese umfassende Klarheit in der Sprachentwicklung achten, kann die Entwicklung der Zweisprachigkeit gut gefördert werden.

 

Vorbereitung auf die Unterrichtssprache

Ein besonderes Augenmerk ist der Zweisprachigkeit dann zu widmen, wenn die momentan schwache Sprache des Kindes die Unterrichtssprache sein wird. Um Problemen beim Lesen und Schreibenlernen sowie in der Klassengemeinschaft vorzubeugen, sollten sich Eltern um eine zusätzliche Förderung in dieser Sprache für ihr Kind bemühen.

Pflegen Eltern selbst eine wertschätzende Haltung gegenüber der Unterrichtssprache und vermitteln Ihrem Kind, dass es diese Sprache gut lernen wird unterstützen sie ihr Kind wesentlich. Dabei sollten einige Dinge beachtet werden.

Hilfreich für das Kind ist der Besuch eines Kindergartens in der Unterrichtsprache oder eines zweisprachigen Kindergartens. Das Einladen von gleichaltrigen Kindern oder Treffen auf einem Spielplatz mit anderen Kindern, die die Unterrichtssprache gut beherrschen unterstützen ebenso wie ausreichend Gelegenheiten zu Gesprächen mit Erwachsenen, die die Unterrichtssprache sprechen.  (z.B. beim Einkaufen, im Lokal, bei Besuchen usw.)

Wenn es in Ihrer Umgebung spezielle Förderprogramme gibt, sollten diese genützt werden. Es ist von Vorteil, wenn sich die Eltern selbst ebenfalls um eine gute Zweisprachigkeit bemühen. Auf jeden Fall sollten sie ihrem Kind Zuversicht vermitteln und das Lernen von mehreren Sprachen befürworten.

 

Literatur

Bauer, Joachim (2006): Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. 6. Auflage. München: Heyne.

Grimm, Hannelore (1998): Sprachentwicklung – allgemeintheoretisch und differentiell betrachtet. In: Oerter, Rolf (Hg.)/Montada, Leo (Hg.): Entwicklungspsychologie. Weinheim: Psychologische Verlagsunion.

Holtz, Axel (1999): Montessori-Pädagogik und Sprachförderung. 2. Auflage. Ulm: Klemm & Oelschläger.

Largo, Remo H. (2012): Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. 9. Auflage. Hamburg: Carlsen

Kielhöfer, Bernd/Jonekeit, Sylvie (1998): Zweisprachige Kindererziehung. 11. Auflage. Tübingen: Stauff enburg.

Papoušek, Mechthild (1998): Vom ersten Schrei zum ersten Wort. 3. Auflage. Bern: Huber.

Rau, Marie Luise (2009): Literacy. Vom ersten Bilderbuch zum Erzählen, Lesen und Schreiben. 2. Aufl age. Bern Stuttgard Wien: Haupt.

Zollinger, Barbara (2004): Die Entdeckung der Sprache. 6. Auflage. Bern: Haupt.

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Christine Kügerl
Christine Kügerl, geb. 1958, Dipl. Elternbildnerin, Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin, Ausbildungsreferentin für ElternbildnerInnen
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